Perro de Agua Español

 Der spanische Wasserhund ist eine uralte Rasse, dessen Ursprung nicht exakt belegt ist. Gesichert gilt, dass er gemeinsame Wurzeln mit dem Barbet hat und sich wohl aus nordafrikanischen, geschnürten Hütehunden entwickelt hat. Unterlagen belegen schon um 1100 n.Chr. einen wollig behaarten Wasserhund auf der Iberischen Halbinsel. Neben anderen Thesen besagt eine Theorie, türkische Kaufleute, die mit Ziegen- und Schafherden Handel trieben, hätten den Perro de Agua Español zusammen mit den Viehherden in den südspanischen Raum gebracht. Glaubwürdig scheint jedoch auch die Annahme, wonach der Perro de Agua mit den Mauren über Nordafrika nach Südspanien kam. Die Vielfalt ihrer Namen reichte von Perro de Agua, Perro Turco, Laneto, Perro de Lanas, Perro Patero, Perro Rizado, Churro, Barbeta, Turcos Andalucia, Turco Andaluz bis zum heute in Verwendung stehenden offiziellen Namen Perro de Agua Español.

Parallel entwickelten sich 3 Typen,

cantabrico 1

wobei der Typ des Nordens, Perro del Cantabrico bezeichnet, weißes, dichtestes Fell mit besonders stark ausgeprägter Unterwolle besaß und war der ursprüngliche Helfer des Fischers. Er brachte die Netze ins Wasser und zog sie an Land, trieb sogar Fischschwärme ins Netz.

 

 

 

 

 

 

 

 

typ sierra

Der Typ der Berge, „Sierra“, ist groß, kräftig und waren geschätzte Hütehunde im Bergland, vorwiegend in Andalusien. Das Fell mit Unterwolle ist sehr lockig. Ihre Aufgabe war das Treiben von Viehherden auf der Suche nach Weideland vom Süden in den Norden und zurück, bekannt unter dem Namen „La Trashumancia“ und der Weg als „Cañada Real“.  

 

 

 

 

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Der Typ „Marismeño“, mit langem Haar ohne Unterwolle bildet Rastalocken. Dieser um Sevilla beheimatete Typ, nicht so kräftig entwickelt wie der Sierra Typ, ist aber sehr schnell, geschickt und wendig und fand vorwiegend für die Jagd Verwendung.

 

 

 

 

 

Seine neuere Geschichte begann mit 1981 bei einer Hundeshow nahe Málaga. Ab nun begannen Antonio Garcia Perez mit Santiago Montesinos Rubio und David Salamanca Ortega für den Erhalt der Rasse zu sorgen, Garcia verfasste den Standard, der 1983 angenommen, 1985 wurde die Rasse durch die Reales Sociedad Central de Fomento De las Razas Caninas en España (RSCE) und vorläufig durch die FCI in Gruppe VIII anerkannt wurde. Die definitive Anerkennung durch die FCI erfolgte 1999.
Der Perro de Agua Español ist ein wohlproportionierter, eher gestreckter länglicher Hund, kräftig gebaut, mit immer gelocktem Fell wolliger Textur. Eine nichthaarende Hunderasse, die nie gekämmt oder gebürstet, aber 2-3 mal jährlich einheitlich kurz geschoren  wird. Er ist sehr intelligent, lern- und arbeitsfreudig, sehr gehorsam und leicht zu erziehen, freundlich, fröhlich, treu und unternehmungslustig. Fremden gegenüber ist er anfangs distanziert.
Die Farben Schwarz, Weiß und Braun, aber auch zweifarbig in Schwarz mit Weiß oder Braun mit Weiß ist zulässig.

 

Heinz Watschinger UH Magazin Ausgabe Juni 2014

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